Kapitel 2 | Der Rechtsrahmen
Compliance-Verstöße treffen dich nicht nur rechtlich.
Die Folgen wirken auf drei Ebenen und verstärken sich dabei gegenseitig.
Die Folgen wirken auf drei Ebenen und verstärken sich dabei gegenseitig.
Reputationsschaden
Ein einziger Fall kann die Arbeitgebermarke nachhaltig beschädigen. Bewerber:innen reden, und das auch öffentlich. Plattformen wie Kununu, Glassdoor oder LinkedIn verbreiten schlechte Erfahrungen schnell.
Beispiel: Eine Bewerberin postet auf LinkedIn, dass eine KI sie ohne erkennbaren Grund aussortiert hat. Der Post geht viral.
Rechtliche Konsequenzen
AGG-Klagen, DSGVO-Bußgelder, einstweilige Verfügungen vom Betriebsrat. Die Beweislastumkehr (§ 22 AGG) macht es schwer, sich zu verteidigen, wenn du nicht dokumentiert hast.
Beispiel: Ein abgelehnter Bewerber klagt auf AGG-Entschädigung. Du kannst nicht nachweisen, dass die KI-Vorsortierung diskriminierungsfrei war.
Operative Störung
Der Betriebsrat kann die Nutzung stoppen. Die oder der Datenschutzbeauftragte kann den Einsatz intern stoppen, die Aufsichtsbehörde ihn sogar untersagen. Dein Recruiting-Prozess steht still, mitten im laufenden Betrieb.
Beispiel: Betriebsrat erfährt von KI-Tool ohne Zustimmung, erwirkt einstweilige Verfügung. 47 offene Stellen, kein Tool.
So eskaliert es typischerweise
Tool ohne Prüfung
KI wird eingeführt, ohne Rechtsrahmen zu klären
→
Vorfall
Beschwerde, Klage oder internes Audit deckt Lücken auf
→
Eskalation
Rechtlich, operativ und reputativ gleichzeitig
→
Stillstand
Tool gesperrt, Prozess unterbrochen, Vertrauen beschädigt
Das Kapitel ist durch.
Du kennst nun den Rechtsrahmen: EU AI Act, DSGVO, BetrVG, AGG und die Konsequenzen, wenn du ihn ignorierst.
Im nächsten Kapitel geht es um Bias: Wie KI diskriminiert, ohne dass du es merkst.
Im nächsten Kapitel geht es um Bias: Wie KI diskriminiert, ohne dass du es merkst.