End-to-End-Recruiting: Prozessvorlage | HiringLab
Prozessvorlage · Version 3

End-to-End-Recruiting: Prozessvorlage

Für Finanzdienstleister und mittelständische Unternehmen mit 200 bis 1.000 Mitarbeitenden

Diese Vorlage übersetzt einen Recruiting-Blueprint in einen ausführbaren und steuerbaren Sollprozess. Sie ist systemneutral. Ein ATS ist das führende System für den Auswahlprozess, das HR-Kernsystem für das Beschäftigungsverhältnis.

Grundregel: Eine Phase ist erst abgeschlossen, wenn ihr definiertes Ergebnis vollständig vorliegt. Nicht die erledigte Aktivität löst die nächste Phase aus, sondern ein geprüftes Übergabekriterium.


1. Prozessrahmen

Feld Festlegung
Prozessname End-to-End-Recruiting
Prozessziel Vakante Rollen bedarfsgerecht, fair, nachvollziehbar und innerhalb definierter Fristen nachhaltig besetzen
Start Personalbedarf wird im Forecast erkannt oder ein ungeplanter Bedarf wird gemeldet
Ende Probezeitentscheidung ist dokumentiert und Erkenntnisse sind in die Prozessverbesserung zurückgeführt
Process Owner [Rolle eintragen]
Geltungsbereich [Gesellschaften, Standorte, Beschäftigtengruppen]
Organisationsvariante ☐ privater Arbeitgeber mit Betriebsrat ☐ öffentlicher Arbeitgeber mit Personalvertretung ☐ betriebsspezifische Sonderform. Die Variante bestimmt Beteiligungsrechte, Fristen und Sonderpflichten (u. a. §165 SGB IX) und wird vor Konfiguration festgelegt
Führende Systeme [HR-System], [ATS], [DMS], [BI]
Varianten (Rollen) Standardrolle / kritische Rolle / Führungskraft / Ausbildung / befristete Rolle
Review-Zyklus Quartalsweise operativ, jährlich strukturell
Aufbewahrung Bewerbungsdaten [x] Monate nach Verfahrensabschluss (Empfehlung: 6 Monate wegen AGG-Fristen), danach automatisierte Löschung; Talentpool nur mit dokumentierter Einwilligung, Gültigkeit [x] Monate. Gilt auf Ebene des Bewerbungs- bzw. Personendatensatzes
Letzte Rechtsprüfung [Datum, verantwortliche Rolle, geprüfte Organisationsvariante]
Dokumentenversion [Version, Datum, Freigabe]

Rollenmodell der Verantwortung

Fünf Verantwortungsebenen, die im gesamten Dokument konsequent getrennt werden. Sie sind organisatorische Rollen, keine Kopfzahl: In kleineren Häusern können mehrere Ebenen bei derselben Person liegen. Die Trennung bleibt trotzdem wertvoll, weil jede Ebene eine andere Frage beantwortet.

Rolle Verantwortet Leitfrage Typische Besetzung
Process Owner den Prozessstandard: Design, Regeln, KPIs, Weiterentwicklung Stimmt der Standard? HR-Leitung
Case Owner den konkreten Besetzungsprozess: Fortschritt, Fristen, Kommunikation Läuft der Fall? Recruiting
Decision Owner Auswahl-, Integrations- und Probezeitentscheidung zur konkreten Person Ist es die richtige Entscheidung? Führungskraft
Service Owner die verlässliche Erbringung eines operativen HR-Ergebnisses Wurde geliefert? Leitung HR-Administration / HR Operations
Freigabeinstanz Budget, Konditionen und Ausnahmen Ist es freigegeben? GF, Vorstand oder definierte HR-Instanz

Prozessversprechen

  • Bewerbende wissen jederzeit, wie es weitergeht.
  • Jede Entscheidung beruht auf vorab festgelegten Kriterien.
  • Jede Übergabe hat eine verantwortliche Rolle und eine Frist.
  • Pflichtbeteiligungen sind im Workflow verankert und je Organisationsvariante konfiguriert.
  • Daten werden einmal erfasst und anschließend systemisch weitergegeben.
  • Ausnahmen werden dokumentiert, nicht improvisiert.
  • Jeder Technologie- und KI-Einsatz ist erklärbar, kontrolliert und gegenüber Bewerbenden transparent.

2. Phasenmodell mit verbindlichen Übergaben

# Phase Startsignal Verbindliches Ergebnis Übergabekriterium Accountable Zielzeit
0 Personalbedarfsplanung Planungszyklus oder Bedarfsänderung priorisierter Recruiting-Forecast Bedarf, Budget und Zielquartal bestätigt Freigabeinstanz quartalsweise
1 Stellenantrag und Freigabe konkreter Personalbedarf genehmigter Stellenantrag Pflichtangaben, Budget und Stellenplan geprüft Freigabeinstanz [x] WT
2 Auftragsklärung und Auswahlarchitektur genehmigter Antrag Recruiting-Auftrag mit Kriterien und Auswahlweg Muss-Kriterien, Evidenzen, Scorecard, Rollen und Termine vereinbart Case Owner [x] WT
3 Anzeige, Sourcing und Veröffentlichung freigegebener Recruiting-Auftrag veröffentlichte Vakanz und aktiver Kanalmix Anzeige freigegeben, Pflichtprüfungen erfolgt, Entgeltinformation enthalten oder dokumentierte Ausnahme freigegeben, Quellen messbar Case Owner [x] WT
4 Bewerbungseingang und Vorauswahl Bewerbung geht ein dokumentierte Vorauswahl Muss-Kriterien bewertet, Beteiligungen erfolgt, nächster Status gesetzt Case Owner [x] WT
5 Auswahl und Interviews Einladung zur Auswahl vergleichbare Evidenz je Kandidat:in Scorecards vollständig, offene Punkte dokumentiert Decision Owner [x] WT
6a Auswahlentscheidung Auswahl abgeschlossen, Evidenz vollständig dokumentierte, begründete Auswahlentscheidung Entscheidung auf Scorecard-Basis dokumentiert Decision Owner [x] WT
6b Angebotsfreigabe und Angebot Auswahlentscheidung liegt vor abgestimmtes, übermitteltes Angebot Konditionen im Rahmen oder Ausnahme freigegeben, Verhandlungsspielraum geklärt Freigabeinstanz [x] WT
7 Mitbestimmung und Vertrag dokumentierte Zusage der Kandidat:in wirksamer, unterschriebener Vertrag erforderliche Beteiligung abgeschlossen, Vertrag vollständig unterschrieben, Stammdaten geprüft Service Owner [x] WT
8 Preboarding Vertrag vollständig startbereite Organisation und informierte neue Mitarbeitende Technik, Zugänge, Plan, Ansprechpersonen und erster Tag bestätigt Decision Owner bis Start
9 Onboarding und Einarbeitung erster Arbeitstag fachliche und soziale Integration nach Plan Pflichttermine und Lernziele bis Tag [x] dokumentiert Decision Owner [x] Tage
10a Probezeitentscheidung definierter Review-Termin dokumentierte Entscheidung zur konkreten Person Entscheidung fristgerecht, mit Datengrundlage, dokumentiert Decision Owner vor Fristablauf
10b Lernschleife Probezeitentscheidung dokumentiert Verbesserungsimpulse für den Prozess Erkenntnisse aus Besetzung und Onboarding im Review verarbeitet Process Owner [x] WT nach 10a

WT = Werktage. Zielzeiten werden erst nach einer Baseline-Messung verbindlich festgelegt.


3. Auswahlarchitektur vor Prozessstart

Dieser Teil wird je Stelle oder Jobfamilie ausgefüllt, bevor die Vakanz veröffentlicht wird.

Auswahlkriterium Muss / Kann Beobachtbares Signal Geeignete Prüfmethode Bewertungsmaßstab Entscheidung durch
[Kriterium 1] [M/K] [Woran erkennbar?] [Unterlage / Interview / Arbeitsprobe] [Skala mit Ankern] [Rolle]
[Kriterium 2] [M/K] [Woran erkennbar?] [Methode] [Skala mit Ankern] [Rolle]
[Kriterium 3] [M/K] [Woran erkennbar?] [Methode] [Skala mit Ankern] [Rolle]
[Kriterium 4] [M/K] [Woran erkennbar?] [Methode] [Skala mit Ankern] [Rolle]
[Kriterium 5] [M/K] [Woran erkennbar?] [Methode] [Skala mit Ankern] [Rolle]

Entscheidungsregel

  • Ein Muss-Kriterium darf nur als erfüllt gelten, wenn eine definierte Evidenz vorliegt.
  • „Offen" ist ein zulässiger Zwischenstatus, aber kein Entscheidungsgrund.
  • Offene Punkte erhalten eine Prüfmethode, eine verantwortliche Person und einen Termin.
  • Die Gesamtentscheidung wird nicht aus einem ungewichteten Durchschnitt gebildet, wenn einzelne Muss-Kriterien zwingend sind.
  • Abweichungen von der vereinbarten Auswahlarchitektur werden begründet und dokumentiert.
  • HiringLab-Prozessstandard Entgelt: Die Entgelthistorie wird im gesamten Verfahren nicht abgefragt und ist in keiner Prüfmethode vorgesehen. Die jeweils geltende nationale Rechtslage wird vor Einführung geprüft (siehe Feld „Letzte Rechtsprüfung").
  • Bei öffentlichen Arbeitgebern: Schwerbehinderte Bewerbende werden zum Gespräch eingeladen, sofern die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt (§165 SGB IX). Diese Prüfung erfolgt vor jeder Vorauswahlentscheidung.

4. Detailkarte für jede Phase

Diese Karte wird für jede Phase einmal ausgefüllt. Sie ist der eigentliche Bauplan für Konfiguration, Arbeitsanweisung und Audit.

Phase [Nummer]: [Name]

Prozessfeld Festlegung
Zweck [Welches Problem löst diese Phase?]
Startsignal [Welches Ereignis startet sie?]
Eingangsdaten [Welche geprüften Informationen müssen vorliegen?]
Arbeitsschritte 1. [Schritt] 2. [Schritt] 3. [Schritt]
Ergebnis [Welches konkrete Ergebnis entsteht?]
Abschlusskriterium [Woran erkennt das System eindeutig: fertig?]
Responsible [ausführende Rolle]
Accountable [genau eine organisatorische Rolle gemäß Rollenmodell, einschließlich Service Owner]
Consulted [einzubeziehende Rollen]
Informed [zu informierende Rollen]
Führendes System und Objekt [System und Statusobjekt: Stelle / Bewerbung / Einstellung]
Statuswechsel [Objekt: von Status] → [zu Status]
Pflichtfelder [nur entscheidungs- oder übergaberelevante Felder]
Automatisierung [Trigger, Aktion, Empfänger]
KI-Einsatz [nein / optional / ja: System, Aufgabe, menschliche Kontrolle, Informationszeitpunkt gegenüber Bewerbenden]
SLA [Bearbeitungs- oder Reaktionszeit]
Erinnerung [Zeitpunkt und Empfänger]
Eskalation [Auslöser, Stufe 1, Stufe 2]
Rechtsgrundlage / Mitbestimmung [je Organisationsvariante konkret prüfen und eintragen]
Ausnahmefälle [Welche Varianten gibt es?]
Kontrollpunkt [risikobasierte Prüfung, Freigabe oder Plausibilitätscheck]
Nachweis [Wo ist die Durchführung nachvollziehbar?]
KPI [eine steuerungsrelevante Kennzahl]

Ausnahme-Logik

Ausnahme Erkennung abweichender Ablauf Entscheidung durch Dokumentation
[z. B. ungeplante Ersatzbesetzung] [Signal] [Schritte] [Rolle] [Ort]
Mitgeteilte Schwerbehinderung oder Gleichstellung Angabe der bewerbenden Person Gesetzlichen Beteiligungsprozess auslösen; ausdrücklich erklärte Ablehnung der SBV-Beteiligung berücksichtigen. Bei öffentlichen Arbeitgebern zusätzlich: Einladungspflicht nach §165 SGB IX prüfen, Statuspfad direkt zu „eingeladen", sofern fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt [Rolle] [Ort]
Abweichung vom Entgeltband Angebot außerhalb [Band] Freigabe durch Freigabeinstanz vor Angebotsabgabe, Begründung dokumentiert Freigabeinstanz [Ort]
Fehlende entscheidungsrelevante Angaben Pflichtangabe im Eingang nicht vorhanden Status „Klärung", gezielte Nachfrage mit Frist, keine Absage allein wegen fehlender Unterlagen ohne Nachfrage Case Owner [Ort]
[z. B. befristeter Vertrag] [Signal] [Form- und Fristprüfung] [Rolle] [Ort]

5. Ausgefüllte Referenzkarte: Phase 4, Vorauswahl (Standardrolle)

Diese Karte zeigt den erwarteten Detailgrad. Sie ist Referenz, keine Vorschrift, und wird betriebsspezifisch angepasst.

Prozessfeld Festlegung
Zweck Eingehende Bewerbungen schnell, fair und nachvollziehbar gegen die vereinbarten Muss-Kriterien prüfen und in einen eindeutigen Folgestatus überführen
Startsignal Bewerbung oder vereinbarte Bewerbungsdaten im ATS eingegangen (Bewerbung: Status „in Prüfung")
Eingangsdaten Freigegebener Recruiting-Auftrag mit Auswahlarchitektur (Phase 2), Bewerbungsdaten gemäß vereinbartem Mindestumfang, Quelle der Bewerbung erfasst
Arbeitsschritte 1. Automatische Eingangsbestätigung mit realistischer Fristangabe; die Datenschutzinformation enthält alle Hinweise zur Datenverarbeitung, einschließlich eines etwaigen KI-Einsatzes 2. Sofern eine Schwerbehinderung oder Gleichstellung mitgeteilt wurde: gesetzlichen Beteiligungsprozess auslösen, eine ausdrücklich erklärte Ablehnung der SBV-Beteiligung berücksichtigen; bei öffentlichen Arbeitgebern Einladungspflicht nach §165 SGB IX prüfen 3. Bewertung der Muss-Kriterien per Scorecard; fehlende entscheidungsrelevante Angaben führen in den Status „Klärung" 4. Kontrollpunkt gemäß risikobasierter Regel (siehe unten) 5. Folgestatus setzen und Kommunikation auslösen
Ergebnis Dokumentierte Vorauswahlentscheidung je Bewerbung mit Scorecard-Nachweis
Abschlusskriterium Alle Muss-Kriterien bewertet, erforderliche Beteiligungen dokumentiert, Folgestatus gesetzt (eingeladen / Klärung / abgesagt)
Responsible Recruiting
Accountable Case Owner (Recruiting) für die Vorauswahl gemäß vereinbarter Auswahlarchitektur; der Process Owner verantwortet den Standard, nicht den Einzelfall
Consulted Führungskraft bei Grenzfällen, SBV gemäß Beteiligungsprozess
Informed Führungskraft (wöchentlicher Pipeline-Stand)
Führendes System und Objekt ATS, Objekt Bewerbung
Statuswechsel Bewerbung: in Prüfung → eingeladen / Klärung / abgesagt
Pflichtfelder Scorecard-Bewertung je Muss-Kriterium, Absagegrund (Kategorie), Beteiligungsstatus
Automatisierung Trigger Bewerbungseingang → Eingangsbestätigung inkl. Datenschutzinformation; Trigger Absage-Status → Absagenachricht nach Abschluss des Kontrollpunkts
KI-Einsatz Optionales Beispiel: Sofern [System] zur Vorstrukturierung eingesetzt wird: Aufgabe Vorstrukturierung der Unterlagen gegen die Muss-Kriterien. Menschliche Kontrolle: keine Absage ohne dokumentierte menschliche Prüfung. Information: in der Datenschutzinformation beim Bewerbungseingang, vor Beginn der KI-Verarbeitung. Einsatz nur durch eingewiesene Personen gemäß KI-Kompetenz-Regel
SLA Erste inhaltliche Rückmeldung binnen [x] WT, Vorauswahl abgeschlossen binnen [x] WT
Erinnerung Nach [x] WT ohne Bewertung an Recruiting
Eskalation Nach [x] weiteren WT an Process Owner
Rechtsgrundlage / Mitbestimmung §164, §178 Abs. 2 SGB IX (SBV), bei öffentlichen Arbeitgebern §165 SGB IX (Einladungspflicht), AGG (Dokumentation, diskriminierungsfreie Bewertung), DSGVO / §26 BDSG (Verarbeitung, Löschfristen); je Organisationsvariante validieren
Ausnahmefälle Mitgeteilte Schwerbehinderung oder Gleichstellung (siehe Ausnahme-Logik), fehlende entscheidungsrelevante Angaben (Status „Klärung"), interne Bewerbung [Ablauf], Initiativbewerbung [Ablauf]
Kontrollpunkt Risikobasiert: Vier-Augen-Prüfung bei Grenzfällen, Abweichungen von der Scorecard, besonderen Beteiligungspflichten oder sensiblen Fallkonstellationen. Eindeutige Entscheidungen werden regelmäßig stichprobenartig qualitätsgesichert ([x] % pro Quartal)
Nachweis Scorecard und Statusprotokoll im ATS
KPI Time-to-First-Meaningful-Response

6. RACI auf Gesamtprozessebene

Pro Phase gibt es genau eine accountable Rolle. Mehrere Verantwortliche bedeuten in der Praxis häufig: niemand fühlt sich verantwortlich. Die Accountability folgt dem Rollenmodell und ergibt eine durchgängige Kette: Freigabeinstanz (0–1, 6b) → Case Owner (2–4) → Decision Owner (5–6a, 8–9, 10a) → Service Owner (7) → Process Owner (10b).

Phase Recruiting (Case Owner) Führungskraft (Decision Owner) HR-Administration (Service Owner) HR-Leitung (Process Owner) Controlling GF / Freigabeinstanz BR / PR¹ SBV IT / Facility
0 Bedarfsplanung C C I R C A I I I
1 Antrag und Freigabe I R I C C A I I I
2 Auftragsklärung R/A C I C I I C* C* I
3 Veröffentlichung R/A C I C I I I* C* I
4 Vorauswahl R/A C I C I I I* C* I
5 Auswahl R R/A I C I I I* C* I
6a Auswahlentscheidung C R/A I I I I I C* I
6b Angebotsfreigabe und Angebot R C I C C* A I I I
7 Mitbestimmung und Vertrag C I R/A C C* C* C* C* I
8 Preboarding I A R C I I I I C
9 Onboarding I R/A C C I I I C* C
10a Probezeitentscheidung C R/A C I I I C* C* I
10b Lernschleife C C C R/A I I I I I

¹ Bei der Organisationsvariante „öffentlicher Arbeitgeber" ist diese Spalte als Personalrat nach dem einschlägigen Personalvertretungsgesetz zu lesen. Beteiligungstatbestände, Fristen und Zustimmungserfordernisse weichen vom BetrVG ab und werden vor Konfiguration je Haus validiert.

* Nur, wenn Rechtslage, Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung, Organisationsmodell oder Einzelfall die Beteiligung auslösen. Die Tabelle ist deshalb vor Einsatz betriebsspezifisch zu validieren.

Lesehilfen: - Phase 2 bis 4: Der Case Owner ist für den laufenden Besetzungsfall accountable, der Process Owner wird konsultiert und greift über Standard, SLA-Monitoring und Eskalation. So bleibt die HR-Leitung steuerungsfähig, ohne jede Einzelbewerbung zu verantworten. - Phase 8: Accountable ist die Führungskraft, weil der häufigste Preboarding-Fehler die persönliche Funkstille ist, nicht die fehlende Bestellung. Die operative Lieferung (Technik, Zugänge, Formalitäten) verantwortet der Service Owner als R. Häuser können diese Setzung bewusst umdrehen; entscheidend ist, dass sie dokumentiert ist. - Phase 10: Die Entscheidung über die konkrete Person (10a) und die Rückführung der Erkenntnisse in den Prozess (10b) sind zwei Ergebnisse mit zwei verschiedenen accountable Rollen.


7. Statusmodelle im ATS, getrennt nach Objekten

Ein Status beschreibt den aktuellen Zustand, nicht die zuletzt ausgeführte Tätigkeit. Drei Objekte tragen eigene Statusmodelle, weil sie unabhängig voneinander fortschreiten: Eine Stelle besitzt mehrere Bewerbungen, die gleichzeitig unterschiedliche Status haben.

7.1 Objekt Stelle / Stellenanforderung

Status Eintrittskriterium Verantwortliche Rolle maximale Liegezeit möglicher Folgestatus
Antrag in Prüfung Antrag vollständig eingereicht Freigabeinstanz [x] WT freigegeben / zurück zur Klärung / abgelehnt
Auftrag in Klärung Stellenantrag freigegeben Case Owner [x] WT bereit zur Veröffentlichung
Veröffentlicht Anzeige live und Quellen aktiv Case Owner [x] Tage, dann Review in Auswahl / pausiert
In Auswahl ausreichender Bewerbungsstand oder Ausschreibungsfrist erreicht Case Owner [x] WT Angebot ausstehend / erneut veröffentlicht
Angebot ausstehend Angebot an Wunschkandidat:in übermittelt Case Owner [x] WT besetzt / erneut in Auswahl
Besetzt Einstellung: Vertrag vollständig Service Owner geschlossen
Geschlossen besetzt, zurückgezogen oder gestrichen Process Owner – (Archiv)

7.2 Objekt Bewerbung

Status Eintrittskriterium Verantwortliche Rolle maximale Liegezeit möglicher Folgestatus
Eingegangen Bewerbung oder vereinbarte Bewerbungsdaten im ATS eingegangen, Eingangsbestätigung versendet System sofort in Prüfung
In Prüfung Vorauswahl gestartet Case Owner [x] WT eingeladen / Klärung / abgesagt (Unternehmen)
Klärung entscheidungsrelevante Angaben fehlen, Nachfrage mit Frist versendet Case Owner [x] WT in Prüfung / abgesagt (Unternehmen) / zurückgezogen
Eingeladen Einladung versendet, Termin in Abstimmung Case Owner [x] WT Interview geplant / zurückgezogen
Interview geplant Termin bestätigt Case Owner bis Termin Bewertung offen
Bewertung offen Auswahltermin abgeschlossen Interviewteam [x] WT nächste Runde / Entscheidung offen / abgesagt (Unternehmen)
Entscheidung offen erforderliche Evidenz vollständig Decision Owner [x] WT Angebot offen / abgesagt (Unternehmen)
Angebot offen Angebot übermittelt Case Owner [x] WT angenommen / Angebot abgelehnt / Verhandlung
Angenommen Zusage der Kandidat:in dokumentiert Case Owner sofort Übergang an Objekt Einstellung
Abgesagt (Unternehmen) Absage versendet, Grund kategorisiert Case Owner sofort Aufbewahrung aktiv / Talentpool (mit Einwilligung)
Zurückgezogen (Bewerber:in) Rückzug dokumentiert, Grund erfasst soweit mitgeteilt Case Owner sofort Aufbewahrung aktiv / Talentpool (mit Einwilligung)
Angebot abgelehnt Ablehnung dokumentiert, Grund erfasst soweit mitgeteilt Case Owner sofort Aufbewahrung aktiv / Talentpool (mit Einwilligung)
Aufbewahrung aktiv Verfahren beendet, keine Talentpool-Einwilligung System (automatisiert) [x] Monate gemäß Prozessrahmen automatisierte Löschung
Talentpool dokumentierte Einwilligung liegt vor Case Owner [x] Monate gemäß Einwilligung reaktiviert / Löschung nach Ablauf oder Widerruf

Warum drei getrennte Endstatus: „Abgesagt (Unternehmen)", „Zurückgezogen (Bewerber:in)" und „Angebot abgelehnt" bleiben getrennt, damit Offer Acceptance Rate, Rückzugsgründe und Candidate Experience sauber auswertbar sind. Die Aufbewahrungslogik teilen sie.

7.3 Objekt Einstellung / Mitarbeitende

Status Eintrittskriterium Verantwortliche Rolle maximale Liegezeit möglicher Folgestatus
Beteiligung und Vertrag in Vorbereitung Zusage dokumentiert, beide Arbeitsstränge gestartet (Unterlagen an BR/PR, Vertragsentwurf aus Vorlage) Service Owner gesetzliche Frist bzw. [x] WT Freigabe vollständig / Klärung
Freigabe vollständig Beteiligung abgeschlossen und Vertragsentwurf geprüft Service Owner [x] WT Vertrag versendet
Vertrag versendet Vertrag ordnungsgemäß übermittelt Service Owner [x] WT Vertrag vollständig / Erinnerung / zurückgezogen
Vertrag vollständig alle erforderlichen Unterschriften liegen vor, Stammdaten geprüft Service Owner sofort Preboarding aktiv
Preboarding aktiv Preboarding-Workflow ausgelöst Service Owner (Lieferung) / Führungskraft (Kontakt) bis Start Eintritt erfolgt / Absprung
Eintritt erfolgt erster Arbeitstag angetreten Führungskraft Onboarding läuft
Onboarding läuft Einarbeitungsplan aktiv Führungskraft bis Tag [x] Probezeit-Review
Probezeit-Review definierter Review-Termin erreicht Führungskraft vor Fristablauf übernommen / beendet

Parallelität: Beteiligung und Vertragserstellung laufen ab der Zusage gleichzeitig. Versendet wird erst im Status „Freigabe vollständig". So geht keine Zeit durch unnötige Sequenz verloren, und kein Vertrag geht vor abgeschlossener Beteiligung raus.

Übergaberegel zwischen den Objekten: Der Statuswechsel „Bewerbung: angenommen" erzeugt den Datensatz im Objekt Einstellung und übergibt die geprüften Stammdaten. Der Statuswechsel „Einstellung: Vertrag vollständig" setzt die Stelle auf „besetzt". Daten werden dabei übernommen, nicht neu erfasst.


8. Kommunikationsmatrix

Ereignis Empfänger Kanal Inhalt Frist persönlich oder automatisiert
Stellenanzeige veröffentlicht Bewerbende (öffentlich) Anzeige Rolle, Anforderungen, Einstiegsentgelt oder Entgeltspanne als Bestandteil der Anzeige, sofern kein dokumentierter Ausnahmegrund freigegeben ist mit Veröffentlichung
Bewerbung eingegangen Bewerber:in E-Mail / Portal Eingang, nächster Schritt, realistische Frist, Datenschutzinformation inkl. etwaigem KI-Einsatz sofort automatisiert
Klärungsbedarf Bewerber:in E-Mail / Telefon konkrete fehlende Angabe, Frist, Kontaktperson [x] WT kombiniert
Verzögerung Bewerber:in E-Mail / Telefon neuer Zeitplan und Kontaktperson vor Ablauf der Zusage je nach Phase
Einladung Bewerber:in E-Mail / Telefon Ablauf, Beteiligte, Vorbereitung, Barrierefreiheit; Entgeltinformation spätestens hier, falls ausnahmsweise nicht in der Anzeige [x] WT kombiniert
Zwischenstand Bewerber:in Telefon / E-Mail Status und nächster Termin [x] WT persönlich
Angebot Wunschkandidat:in Telefon plus schriftlich Konditionen, Vorbehalte, nächste Schritte [x] WT persönlich
Absage Bewerber:in Telefon / E-Mail klare, wertschätzende Mitteilung [x] WT nach Prozessstufe
Vertrag vollständig neue:r Mitarbeitende:r E-Mail / Telefon Bestätigung und Preboarding-Ablauf [x] Stunden kombiniert

Sollstandard Entgeltinformation: Die Entgeltinformation ist Bestandteil der Stellenanzeige, sofern nicht ein dokumentierter Ausnahmegrund freigegeben ist. Die Einladung ist der späteste Zeitpunkt im HiringLab-Prozessstandard, nicht der Regelfall.


9. KI-Governance im Recruiting

Dieser Abschnitt gilt für jeden KI-Einsatz im Prozess und wird vor der ersten Nutzung ausgefüllt.

Einstufung: KI-Systeme, die bestimmungsgemäß Bewerbungen analysieren oder filtern, Kandidat:innen bewerten oder Auswahlentscheidungen wesentlich beeinflussen, fallen grundsätzlich unter die Hochrisiko-Anwendungsfälle des Anhangs III des EU AI Act. Die konkrete Einstufung hängt vom vorgesehenen Zweck und der tatsächlichen Nutzung ab und wird je System und Einsatzzweck dokumentiert. Ein sprachliches Hilfsmittel für die Formulierung einer Einladung ist nicht automatisch dasselbe wie ein System, das Bewerbungen priorisiert. Die einschlägigen Hochrisiko-Pflichten sollen nach aktuellem Stand ab dem 2. Dezember 2027 gelten. Die Pflicht zu Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz (Artikel 4 EU AI Act) gilt dagegen bereits seit dem 2. Februar 2025. Die Governance wird unabhängig von Stichtagen ab dem ersten Einsatz gelebt.

Grundregeln

  1. Human-in-the-Loop verbindlich. Keine Absage- und keine Auswahlentscheidung ohne dokumentierte menschliche Prüfung. Die KI strukturiert vor, sie entscheidet nicht.
  2. Information vor Verarbeitung. Bewerbende werden über den KI-Einsatz informiert, bevor die KI-Verarbeitung stattfindet: bei Einsatz im Screening in der Datenschutzinformation beim Bewerbungseingang, nicht erst in der Einladung. Kein verdeckter Einsatz.
  3. KI-Kompetenz. KI-Systeme werden ausschließlich von entsprechend eingewiesenen und autorisierten Personen eingesetzt oder überwacht. Die Qualifizierung berücksichtigt Einsatzzweck, Funktionsgrenzen, Risiken, menschliche Kontrolle und unzulässige Nutzungen. Maßnahmen und Teilnahmen werden dokumentiert.
  4. Dokumentation. Jedes eingesetzte System ist im KI-Register erfasst: Zweck, Einstufung, Anbieter und Version, Datenbasis, Kontrollmechanismus, Freigabestatus, verantwortliche Rolle.
  5. Bias-Prüfung. Vor Einsatz und danach regelmäßig: Prüfung anhand dokumentierter und repräsentativer Testfälle sowie regelmäßiger Ergebnisanalysen. Gruppenbezogene Auswertungen erfolgen nur auf einer zulässigen, zweckgebundenen und zugriffsgeschützten Datengrundlage.
  6. Mitbestimmung. Einführung und wesentliche Änderung von KI-Systemen mit BR bzw. PR abstimmen (§87 BetrVG bzw. einschlägiges Personalvertretungsrecht prüfen, ggf. Betriebs- oder Dienstvereinbarung).
  7. Abschaltbarkeit. Jeder KI-Schritt hat einen definierten manuellen Ersatzablauf.

KI-Register (je System eine Zeile)

System Anbieter / Version Phase(n) Aufgabe Einstufung (Anhang III ja/nein, Begründung) Datenbasis Menschliche Kontrolle Informationszeitpunkt Datenschutz- / Freigabestatus Bias-Prüfung (Turnus) Letzte Prüfung Owner
[System 1] [Anbieter, Version] [Phase] [z. B. Vorstrukturierung] [Einstufung] [Quelle] [Kontrollschritt] [z. B. Datenschutzinfo bei Eingang] [Status, Datum] [Turnus] [Datum] [Rolle]
[System 2] [Anbieter, Version] [Phase] [z. B. Formulierungshilfe Einladung] [Einstufung] [Quelle] [Kontrollschritt] [Zeitpunkt] [Status, Datum] [Turnus] [Datum] [Rolle]

Versionsregel: Nach einem wesentlichen Update des Anbieters gilt das System als ungeprüft, bis Einstufung, Freigabestatus und Bias-Prüfung erneuert sind. Das heute geprüfte Tool ist nach dem nächsten Update nicht automatisch das gestern freigegebene.

Nicht zulässig

  • Vollautomatisierte Ablehnungen ohne menschliche Prüfung
  • Automatisierte Bewertung von Video-, Sprach- oder Emotionsdaten
  • KI-Einsatz ohne Eintrag im Register
  • Beginn der KI-Verarbeitung vor Information der Bewerbenden
  • Einsatz oder Überwachung durch nicht eingewiesene Personen

10. Steuerung und Kennzahlen

Kennzahlendefinition

KPI Definition / Formel Messzeitpunkt Segmentierung Datenquelle Owner Zielwert Review
Time-to-Fill Werktage von [genehmigter Antrag] bis [Vertrag vollständig] laufend je Besetzung Jobfamilie, Bereich, Rollenvariante ATS [Rolle] [Wert] monatlich
Time-to-Hire Werktage von Bewerbungseingang bis [Angebotsannahme] laufend je Einstellung Jobfamilie, Quelle ATS [Rolle] [Wert] monatlich
Time-to-First-Meaningful-Response Werktage von Bewerbungseingang bis erste persönliche oder entscheidungsrelevante Rückmeldung laufend je Bewerbung Jobfamilie, Quelle ATS [Rolle] [Wert] monatlich
Feedbackzeit Fachbereich Werktage von Auswahltermin beendet bis Bewertung vollständig laufend je Termin Bereich, Führungskraft ATS [Rolle] [Wert] monatlich
Offer Acceptance Rate angenommene Angebote ÷ verbindlich ausgesprochene Angebote (Basis: Endstatus „angenommen" vs. „Angebot abgelehnt") quartalsweise Jobfamilie, Entgeltband ATS [Rolle] [Wert] quartalsweise
Channel Effectiveness qualifizierte Bewerbungen bzw. Einstellungen ÷ Bewerbungen je Quelle quartalsweise Kanal, Jobfamilie ATS [Rolle] [Wert] quartalsweise
Candidate Experience [Score-Definition, z. B. cNPS] aus Befragung zu definierten Zeitpunkten, inkl. abgesagter und zurückgezogener Bewerbender nach Verfahrensende bzw. definierten Touchpoints Prozessstufe, Ausgang (eingestellt / abgesagt / zurückgezogen / Angebot abgelehnt) Survey [Rolle] [Wert] quartalsweise
Quality of Hire [Definition, z. B. Zielerreichung Einarbeitungsplan + Bewertung Führungskraft auf verankerter Skala + Verbleib nach x Monaten] Tag [90/180] nach Eintritt Jobfamilie, Quelle HR-System [Rolle] [Wert] halbjährlich

Wichtig: „Eingangsbestätigung in 48 Stunden" ist kein sinnvoller Service-KPI, wenn sie automatisiert sofort versendet wird. Gemessen wird die erste inhaltliche Reaktion.

Engpass-Review

Für jede Kennzahl werden nicht nur Durchschnittswerte, sondern mindestens Median, Ausreißer und Liegezeiten je Phase betrachtet. Die Review-Frage lautet:

  1. Wo entsteht Wartezeit?
  2. Wer oder was wartet worauf?
  3. Ist der Schritt notwendig, doppelt oder nur historisch gewachsen?
  4. Welche Regel, Information oder Entscheidung fehlt am Übergang?
  5. Wird eliminiert, vereinfacht, standardisiert oder automatisiert?

Prüfimpulse je Phasencluster

Typische Muster, nach denen im Review aktiv gesucht wird. Sie sind Diagnose-Hypothesen, keine Vorwürfe.

Cluster Prüfimpuls
Bedarf und Antrag (0–1) Läuft Recruiting rein reaktiv? Umgehen Führungskräfte den Antragsweg, weil Pflichtfelder zu schwer sind? Liegen Anträge ohne Eskalation?
Auftrag und Anzeige (2–3) Wird die Anzeige aus der letzten Ausschreibung kopiert, ohne die Kriterien zu prüfen? Gibt es Wunschprofile mit mehr als 5 Muss-Kriterien? Fehlt die Quellenerfassung je Bewerbung? Fehlt die Entgeltinformation ohne dokumentierten Ausnahmegrund?
Vorauswahl und Auswahl (4–5) Liegen Bewerbungen unauffindbar beim Fachbereich? Dauert die Terminfindung länger als das Screening? Sind Bewertungen mangels Leitfaden nicht vergleichbar? Kommen Absagen erst nach Wochen? Wird der Kontrollpunkt zum Flaschenhals? Landen Bewerbungen wegen fehlender Unterlagen in der Absage statt in der Klärung?
Entscheidung und Vertrag (6–7) Vergehen zwischen letztem Gespräch und Angebot mehr als [x] WT? Wird ohne geklärten Verhandlungsrahmen angeboten? Laufen Beteiligung und Vertragserstellung sequenziell statt parallel? Werden Absage-, Rückzugs- und Ablehnungsgründe nicht getrennt erfasst?
Preboarding und Onboarding (8–9) Herrscht Funkstille nach der Unterschrift? Sind Technik und Zugänge am ersten Tag nicht fertig? Endet Onboarding faktisch nach Tag 1? Finden Feedbackgespräche nur statt, „wenn Zeit ist"?
Probezeit und Review (10) Fällt die Probezeitentscheidung erst am letzten Tag, ohne Datengrundlage? Werden KPIs erhoben, aber nicht besprochen? Wiederholen sich dieselben Fehler je Besetzung? Findet 10b überhaupt statt oder endet der Prozess faktisch mit 10a?

11. Einführungsplan

Schritt Ergebnis Freigabe
1. Organisationsvariante festlegen Arbeitgeberart, Gremien, Sonderpflichten (u. a. §165 SGB IX) bestimmt Process Owner / Legal
2. Ist-Prozess erheben reale Fälle, Wege, Liegezeiten und Umgehungen sichtbar Process Owner
3. Varianten trennen Standardprozess und echte Ausnahmen unterschieden HR-Leitung
4. Sollprozess designen Phasen, Übergaben, Rollen und Entscheidungskriterien festgelegt; Statusmodelle je Objekt definiert Steuerungskreis
5. Recht und Mitbestimmung validieren Leitplanken je Organisationsvariante bestätigt, inkl. Entgelt-Prozessstandard und KI-Register; Feld „Letzte Rechtsprüfung" befüllt Legal / Datenschutz / Gremien
6. Pilot konfigurieren Workflows, Statusmodelle, Vorlagen und Reporting testbar Process Owner
7. Mit echten Fällen pilotieren Reibung, Fehltrigger und fehlende Daten erkannt Pilotteam
8. Nachschärfen und schulen Rollen können den Prozess erklären und ausführen; KI-Kompetenz-Maßnahmen dokumentiert HR-Leitung
9. Skalieren und steuern Standard ausgerollt, KPI-Review terminiert Geschäftsführung / HR-Leitung

12. Abnahmecheck vor dem Go-live

  • Die Organisationsvariante ist festgelegt und die Beteiligungsrechte (BR oder PR, SBV, ggf. §165 SGB IX) sind je Haus validiert.
  • Das Feld „Letzte Rechtsprüfung" ist befüllt (Datum, Rolle, Organisationsvariante).
  • Jede Phase hat Startsignal, Ergebnis und Abschlusskriterium.
  • Jede Übergabe hat eine verantwortliche Rolle und eine Frist.
  • Es gibt je Phase genau eine accountable Rolle gemäß Rollenmodell, einschließlich Service Owner.
  • Muss-Kriterien und Auswahlmethoden stehen vor Veröffentlichung fest.
  • Die Statusmodelle sind je Objekt (Stelle, Bewerbung, Einstellung) getrennt konfiguriert und die Übergaberegeln zwischen den Objekten sind getestet.
  • Die drei Endstatus der Bewerbung (abgesagt / zurückgezogen / Angebot abgelehnt) sind getrennt konfiguriert.
  • Beteiligung und Vertragserstellung laufen parallel; der Versand ist an „Freigabe vollständig" gebunden.
  • Erinnerungs- und Eskalationswege sind getestet.
  • Pflichtbeteiligungen und Ausnahmen wurden je Organisationsvariante geprüft.
  • Datenschutz, Löschung, Aufbewahrungsfristen und Zugriffsrechte sind auf Ebene des Bewerbungs- bzw. Personendatensatzes konfiguriert.
  • Der Entgelt-Prozessstandard ist umgesetzt: Entgeltinformation in der Anzeige (Ausnahmen dokumentiert und freigegeben), keine Abfrage der Entgelthistorie, nationale Rechtslage geprüft.
  • Jeder KI-Einsatz ist im KI-Register erfasst, mit Einstufung, Anbieter und Version, menschlicher Kontrolle und Information vor Verarbeitungsbeginn.
  • Die für Einsatz und Kontrolle zuständigen Personen verfügen über dokumentierte, auf den Anwendungsfall abgestimmte KI-Kompetenz.
  • Der Kontrollpunkt für Absagen ist risikobasiert definiert und die Stichprobenquote festgelegt.
  • Bewerbenden-Kommunikation ist vollständig und zeitlich definiert.
  • Stammdaten werden nicht unnötig mehrfach erfasst; die Objektübergaben übernehmen Daten statt sie neu abzufragen.
  • KPI-Definitionen besitzen Formel, Messzeitpunkt und Segmentierung.
  • Mindestens drei reale Fälle wurden im Pilot vollständig durchgespielt.
  • Prozessabweichungen können dokumentiert und ausgewertet werden.
  • Führungskräfte kennen ihre SLAs und Entscheidungsregeln.
  • Ein Termin für das erste Prozess-Review ist gebucht.

Rechtlicher Hinweis

Die Vorlage ist ein Instrument für Prozessdesign und keine Rechtsberatung. Gesetzliche Pflichten hängen unter anderem von Arbeitgeberart (privat oder öffentlich), Beschäftigungsquote, Betriebsgröße, Betriebs- und Dienstvereinbarungen, Tarifbindung, einschlägigem Personalvertretungsrecht und Einzelfall ab. Rechtsgrundlagen, Beteiligungsrechte, der Stand der nationalen Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie (EU 2023/970) sowie Pflichten aus dem EU AI Act sind deshalb vor der Konfiguration für den konkreten Betrieb zu validieren und im Feld „Letzte Rechtsprüfung" zu dokumentieren.

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